Ein herzliches Hallo zu unserem zehnten Tag. Wir haben schon längst die zweite Hälfte des Urlaubs erreicht und das machte sich auch ein bisschen an unserer körperlichen Verfassung bemerkbar. Wir waren einfach erschöpft von den letzten Tagen. Von früh bis Abend laufen hält zwar fit, aber zerrt auch echt an Energie. Ein Tag mit über 20.000 Schritten war keine Seltenheit in diesem Urlaub. Dadurch ist heute nicht wirklich viel Produktives zustande gekommen, noch großartig kulturelles ist passiert. Aber kein Grund den Beitrag schon wieder zu schließen, denn tatenlos waren wir nicht und Bilder anschauen geht immer. Aber legen wir mal endlich los.
Es gab ein hübsches Frühstück in einem klassischen französischen Café. Es war bestückt mit kleinen, runden Tischen. Die Karte war kurzgehalten und die Kellnerin sprach kein Wort Englisch. Für die einen gab es einen großen Teller mit Brot, Käse und Rührei, für die anderen ein Detox-Frühstück mit Joghurt und einem kaltgepressten Saft.


Anschließend machten wir uns auf den Weg, um auch noch die letzten touristischen Highlights abzugrasen. Erstes Ziel war die Notre-Dame. Die römisch-katholische Kirche wurde zwischen den Jahren 1163 und 1345 errichtet und ist damit eines der frühsten gotischen Kirchengebäuden Frankreichs. Die beiden Türme aus Naturstein sind 69 Meter hoch. Das Kirchenschiff ist im Inneren 130 Meter lang, 48 Meter breit und 35 Meter hoch. Es bietet bis zu 10.000 Personen Platz (Quelle). Leider war wie bei meinem Besuch vor zwei Jahren nur die Frontalansicht interessant, da der Rest mit Planen und Baugerüsten umspannt war. Das auf der UNESCO-Liste befindliche Gebäude war 2019 bedauerlicherweise Opfer eines Brandes. Der Wiederaufbau soll zwischen 400 und 600 Millionen Euro kosten. Die Kirche soll pünktlich zu den Olympischen Sommerspielen in Paris 2024 wieder in voller Blüte glänzen.


Da dort enttäuschenderweise nicht viel zu sehen war, ging es direkt zum nächsten Hotspot. Der Louvre ist ein Kunstmuseum im 1. Arrondissement von Paris. Er befindet sich im historischen Louvre-Palast, der ehemaligen Residenz der französischen Könige, am rechten Ufer der Seine. Seit der Eröffnung im Jahr 1793 ist seine Sammlung auf mehr als 380.000 Objekte gewachsen, von denen etwa 35.000 ausgestellt sind. Mit 72.735 Quadratmetern Fläche und 9,6 Millionen Besuchern im Jahr 2019 ist der Louvre das größte und meistbesuchte Kunstmuseum der Welt. (Quelle). Die meisten werden wohl das Gebäude durch die Glaspyramiden im Innenhof kennen. Das weltberühmte Gemälde „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci befindet sich hier auch. Es wäre sehr schön gewesen, es mal mit seinen eigenen Augen zu sehen, aber leider war das Museum an diesem Tag voll. Falls ihr euch die Ausstellung jemals von Innen anschauen wollt, solltet ihr euch zeitnah um Tickets kümmern. Die täglichen Besucherzahlen sind begrenzt und man sollte dringend reservieren. Stattdessen haben wir uns das anliegende Einkaufzentrum angeschaut. Danach gab es noch eine kleine Mittagspause im naheliegenden Park. Es ist echt faszinierend, wie ein so großes Gebäude, mit so unzählig vielen Räumen, damals überhaupt gefüllt wurde. Ich glaube da hatte selbst die Ratte aus der Speisekammer ihre eigenen 80 m². Mein Mitleid auch an die Reinigungskraft, welche die ganzen Fenster putzen muss. Wenn man da am Ende fertig ist, kann man direkt wieder vorne anfangen.


Da die Mittagspause noch nicht genug war, machten wir uns auf den Weg in den Parc André Citroën. Der Park befindet sich auf dem ehemaligen Gelände einer Citroën Fabrik und hat sehr viele schöne Ecken und Wiesen, die zum Verweilen einladen. An windstillen Tagen kann man hier auch mit einem Heizluftballon Paris aus über 100 Meter Höhe anschauen. Das Wetter war zwar an diesem Tag traumhaft sonnig, aber der Wind war leider zu stark. Wir verbrachten dort ein gutes Stück und nutzten die Zeit unter anderem auch noch, um ein paar Postkarten zu schreiben.





Da wir des Öfteren diesen Urlaub das Mittagessen übersprungen haben, ging es mit hungrigen Mägen auf die Suche nach etwas Essbaren. In den letzten Tagen hat sich auch immer mehr herauskristallisiert, dass der kleinste gemeinsame Nenner unserer Reisegruppe Pizza / Pasta oder Burger ist. Und das führte auch dazu, dass wir einen kulinarischen Abstecher in das benachbarte Stiefelland machten. Und wie es sich gehört, gab es natürlich Wein dazu. Das Essen war sehr lecker und der Koch war definitiv Mann vom Fach. Ich lass hier mal ein paar Bilder sprechen.

Es war mittlerweile 20:30 und da uns das Ballonfahren so ein wenig angefixt hat, entschieden wir uns auf eine andere Art und weiße die Stadt von oben anzuschauen. Langsam setzte der Sonnenuntergang ein und der perfekte Ort, um sie das anzuschauen, war das naheliegende „Tour Montparnasse“. Das 210 Meter hohe Bürogebäude befindet sich mitten in Paris und ermöglicht es, die ganze Stadt zu überblicken. Man kann dazu alle Sehenswürdigkeiten sehen. Wir waren nicht die Einzigen, die sich den Anblick entgehen lassen wollten und ich schätze mal, mehrere hundert Leute befanden sich auf den beiden Etage. Es ist faszinierend, wie klein so eine Metropole von oben wirkt. Die vielen riesigen Straßen wirkten nur noch wie kleine Gassen und die Seine war nur noch Bach am Waldrand. Der Eiffelturm ist der Einzige, der aus der Masse heraussticht und zeigt aus dem diesem Blickwinkel doch nochmal, wie besonders und einzigartig dieses Bauwerk ist. Ich habe dort oben hunderte Bilder gemacht, da der Anblick der Stadt bei Sonnenuntergang echt besonders war.





Der Abend war diesmal aber noch nicht abgeschlossen. Wir waren noch motiviert, die Bar am Hostel einen Besuch abzustatten. Die Cocktails waren billig. Die Musik voll in Ordnung und auf den TVs lief meistens amerikanischer Sport wie Football oder Baseball. Also quasi alles, was man von einer Bar verlangen kann. Na gut, deutsches Bier wäre definitiv noch ein Upgrade gewesen, aber man muss ja auch mal andere Sachen probieren. Nach kurzer Zeit gesellte sich ein junger Mann zu uns, der sich als Wegbegleiter für den restlichen Abend herausstellen sollte. Sein Name war Cord. Er lebt in Kalifornien und war aktuell auf einer kleinen Rundreise durch Europa. Und wie es das Schicksal wollte, trafen sich unsere Wege an diesem Tag. Er war sehr kommunikativ und motiviert viele Gläser an diesem Abend zu leeren. Am Anfang heizte er uns noch mit Worten wie „Buffallloooo“ ein (das heißt das Glas exen) und mit Sätzen wie „Let’s get fucking hammered!!“ Dieser Ehrgeiz sollte ihm aber noch später zum Verhängnis werden, da Amerikaner glaube echt nicht so trinkfest sind, wie Deutsche. Aber man kann es ihnen aber auch nicht übelnehmen. So absurd wie die Waffengesetze in den USA sind so absurd sind die Alkoholgesetze in Deutschland. In den Staaten darf man erst mit 21 Jahren Alkohol kaufen, aber schon eher eine Waffe besitzen. Verrückt diese Welt. Wir tauschten uns sehr viel über Deutschland und die USA aus, verglichen das Schulsystem und das Bier. Der Abend wurde länger und länger und die Stimmung immer besser. Zwischenzeitlich mussten wir das Lokal wechseln, da die Bar schloss. In einer Nebengasse, ein paar Straßen weiter, fanden wir noch eine Bar. Der Barkeeper war zwar schon so halb hinter dem Tresen eingeschlafen, begrüßte uns aber herzlich. Und so ging es weiter in die Nacht rein. Runde für Runde, Shot für Shot wurde die Rechnung und der Pegel größer. Cord war mittlerweile nur noch auf so einem Level wo er es meiner Meinung nach bereute sich an unseren Tisch gesetzt zu haben. Sitzen fiel im schwer und den einzigen Satz, den er den restlichen Abend von sich gab, war „Fuck you Germans!“. Der Barkeeper schmiss uns irgendwann raus und unser Ami bestand darauf, die Rechnung zu bezahlen. Wir wissen zwar nicht, wie, aber innerhalb von kürzester Zeit entstand eine Rechnung von 324 €. Ich denke mal der nette Herr an der Theke wollte die Betrunken verarschen, aber Cord hat sich um die Bezahlung gekümmert. So freundlich wie wir sind, haben wir Cord auch noch nach Hause geschafft, da ihm Laufen echt nicht mehr leicht fiel. Damit war ein weiterer wilder Abend abgeschlossen.

oma August 3, 2022
Na bei euch ging ja richtig die post ab langweilig war euch bestimmt nicht.die bilder sind sehr schoen.ich war heute mit Helga in zwickau da gab es nicht so viel zu sehen.😂😂😂😂