Es war mal wieder so weit. Sommer, Sonne, Kaktus. Letzte Woche verbrachten wir einen Abend bei Helge Schneider und stiegen nun mit einem Ohrwurm im Kopf in den Flieger. Die nächsten sieben Tage ging es für Sabrina und mich nach Malta. Das ist diese kleine Insel im Mittelmeer, vollgestopft mit historischen Ereignissen, toller Architektur und natürlich leckeren kulinarischen Angeboten.
Aber bevor das alles losging, mussten wir erst einmal zum Flughafen. Da der Flug ziemlich früh startete, entschieden wir uns, einen Tag früher nach München zu reisen, um uns auch ein wenig die Innenstadt anzusehen. Ich hatte bisher nicht mehr als die Allianz Arena und das BMW-Center gesehen. Die etwa fünf Stunden Zugfahrt mit der Regionalbahn waren typisch: unpünktlich, eng, laut – aber wir kamen letztendlich ohne große Verzögerung an und konnten in unser Hotel einchecken. Wir machten uns schnell frisch, und anschließend ging es direkt mit der S4 Richtung Marienplatz. Neben den vielen Menschen, die das schöne Wetter für einen Sonntagsspaziergang nutzten, sahen wir viele teure Läden, das alte und neue Rathaus, die Frauenkirche sowie die Münchner Residenz mit Hofgarten.





Auf dem Odeonsplatz fand sogar ein Tanzcontest statt. Eine große Menschentraube bildete sich um die Tänzer herum und jubelte ihnen zu. Es war irgendwie eine Mischung aus TikTok-Tänzen und Anime-Outfits. Wir konnten das Ganze nicht wirklich deuten, aber das Zuschauen machte Spaß. Unser Rundgang führte uns weiter in den Englischen Garten, wo wir natürlich bei den Isar-Surfern vorbeischauten. Interessant, wie sich dort die Welle auftürmt, sodass man darauf surfen kann. Das Wasser sah ziemlich kalt aus, zumindest trugen alle Ganzkörper-Neoprenanzüge. Man muss schon sagen, dass das verdammt cool aussah. Rund um den Fluss und auf der Brücke standen auch Dutzende Leute, die zuschauten.
Der Park war gut besucht, und die tief stehende Sonne und das bunte Laub zogen viele Menschen in den Park, um noch ein paar Sonnenstrahlen zu tanken. Wir drehten auch eine kleine Runde, aber es wurde langsam dunkel. Man merkte direkt, dass durch die Zeitumstellung eine Stunde Tageslicht am Abend fehlte. Da sich bei uns beiden nun ohnehin der Hunger meldete, ging es zurück in die Stadt zum „Soy“. Ein großes Lokal mit leckerem Essen aus Asien. Die Sommerrollen und Udon-Nudeln schmeckten richtig gut. Voll und müde schleppten wir uns ins Hotel zurück, um zeitig schlafen zu gehen, da morgen ein anstrengender Tag bevorstand.




Um acht Uhr morgens war Abfahrt. Wir schnappten unsere Rucksäcke, und es ging mit der S1 zum Flughafen. Der Aufenthalt dort war nicht besonders aufregend – abgesehen von der Gepäckabgabe. Wir durften jeweils nur 10 kg am Check-in abgeben. Mit Kleidung für sieben Tage und Kameraequipment war es gar nicht so leicht, das Gewichtslimit einzuhalten, aber es funktionierte. Nach einem Brunch saßen wir quasi schon im Flieger. Hier wurden wir natürlich auch nicht enttäuscht: zu wenig Platz, ein weinendes Baby und das wohlklingende Husten eines älteren Herrn im Genick. Der Mann neben mir schaffte es auch, bei seinem Film schnarchend einzuschlafen, noch bevor der Flieger startete. Der Ausblick auf den blauen Himmel und die geschlossene Wolkendecke, nachdem wir diese mit dem Flugzeug durchbrochen hatten, machte all die kleinen Ärgernisse wieder wett. Die Gipfel der Alpen waren ebenfalls am Horizont zu sehen. Kurz vor der Landung konnten wir aus der Vogelperspektive die etwa 316 km² unseres Reiseziels überblicken. Flächenmäßig sind die drei Inseln Malta, Gozo und Comino in etwa so groß wie Leipzig.





Am Flughafen ging dann alles zügig. Es gab keine Ausweiskontrollen, und die Koffer rollten bereits auf dem Fließband, als wir in der Halle ankamen. Wir wurden auch mit schönem, warmem Wetter bei etwa 22°C empfangen. Mit den Öffentlichen ging es dann in den Stadtteil Vittoriosa. Natürlich kamen wir in den Feierabendverkehr, und die Busse waren randvoll. Der erste Fahrer schlug uns die Tür vor der Nase zu, da dieser so überfüllt war, dass kein weiterer Fahrgast mehr Platz finden konnte. Die Suche nach dem AirBnB stellte sich ebenfalls als kleine Herausforderung heraus. Wir fanden zwar ziemlich schnell die Gasse unserer Unterkunft und standen vor dem vermeintlich richtigen Haus. Die Tür war offen, der klassische Schlüsselkasten befand sich auch neben der Tür, also gingen wir hinein. Im Inneren des Hauses fanden wir mehrere Wohnunge vor, welche mit Zahlencode zu öffnen waren. Wir versuchten unsere Zahlenkombination an jeder Tür. Nachdem der Code an keiner Wohnung funktionierte, mussten wir feststellen, dass wir im falschen Haus waren. Der Eingang nebenan erwies sich letzendlich als der richtige.
Unser AirBnB für die nächsten sieben Tage war total süß: ein kleines Sandsteinhaus in den Gassen von Vittoriosa. Es ging durch eine knallblaue Tür in ein viel zu enges Treppenhaus. Die gesamte Wohnung befindet sich in der zweiten Etage, lediglich der Eingang ist im Erdgeschoss. Die Räume sind mit bunten Fliesen und bunten Wänden geschmückt. Ein Teil der Wände besteht aus abgeschliffenen Sandsteinziegeln. Die Möbel im Vintage-Stil runden das Ganze ab. Ganz klassisch für Malta hat unsere Wohnung natürlich auch einen Balkon und einen Erker, die genauso knallblau angestrichen sind wie die Eingangstür. Wir machten kurz Pause, um uns dann noch einmal auf den Weg zum Abendessen zu machen. Es ging mit der Fähre nach Valletta. Zu der Fahrt und der Stadt erzählen wir im nächsten Beitrag mehr. Wir suchten uns ein schickes Restaurant in den Gassen der Hauptstadt. Im „Soul Food“ gab es für uns leckere Pasta und Salat. Nach einem Cocktail ging es dann ziemlich erschöpft zurück in unsere Wohnung, um einfach nur ins Bett zu fallen. Damit war der erste aufregende Tag geschafft.



