Heute machten wir uns einen entspannten Start in den Tag. Wir standen auf, duschten und frühstückten dann gemeinsam. Die Küche in unserem Airbnb war zwar nicht so ausgestattet wie daheim, aber mit Toaster und Wasserkocher zauberten wir uns mehr oder weniger ein leckeres Frühstück. Ein heißer Kaffee, ein wenig Obst und ein Marmeladentoast – das war meiner Meinung nach gar nicht schlecht.

Mit Kamera und Rucksack bepackt fuhren wir zuerst mit dem Bus nach Valletta zum Busbahnhof, um dort in den nächsten Bus umzusteigen. Unser Tagesausflug führte uns in die ehemalige Landeshauptstadt. Mdina ist ein kleiner Ort im Westen der Insel. Heute leben nur noch etwa 250 Menschen innerhalb der Stadtmauern, was zur ruhigen Atmosphäre beiträgt und ihr den Beinamen „die stille Stadt“ eingebracht hat. Die Gassen und Häuser wurden auch schon als Kulissen für verschiedene Filme und Serien wie „Game of Thrones“ genutzt.






Die Stadt innerhalb der Mauern war wirklich nicht groß und sehr überschaubar. Vom einen zum anderen Ende benötigte man keine zehn Minuten. Wir machten einen Rundgang durch die süßen, kleinen Sandsteingassen. Die Fassaden waren schön verziert und mit Kletterpflanzen bewachsen, außerdem war es sehr sauber dort. Auf den Mauern kletterten hier und da ein paar Eidechsen, die ich aber leider nicht vor die Linse bekam. Vielleicht klappt es noch im Laufe des Urlaubs. Der ehemalige Graben um die Stadtmauern wird mittlerweile als Park genutzt. Dort standen viele Mandarinenbäume mit leider noch unreifen Früchten. Wir hätten gern mal probiert, wie eine Mandarine frisch vom Baum schmeckt. Zu den Bewohnern des Parks zählten auch einige Katzen, die die Mittagsstunde nutzten, um sich in der Sonne zu wärmen.






Da alles auf einem hohen Felsen lag, konnte man von der Stadtmauer aus die ganze Insel überblicken. Mit etwas Konzentration sah man sogar Valletta in der Ferne. Im Laufe des Tages hatten wir bereits viele Schritte gesammelt, und langsam machte sich der Hunger bemerkbar. In einem Hinterhof der Stadt fanden wir ein tolles Restaurant. Das Ambiente zwischen den alten Gemäuern und Pflanzen war einfach zauberhaft. Als Highlight bestellten wir uns leckere Pizza und dazu ein Glas Wein. Der Moment hätte kaum schöner sein können; alles passte einfach.


Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher in das Mdina Dungeon. Dort war es eklig, brutal und gruselig. Man erfuhr einiges über die skrupellosen Foltermethoden vergangener Jahrhunderte. Es ist schon erschreckend, wie erbarmungslos der Mensch sein kann. Bevor wir zurück nach Valletta fuhren, besuchten wir noch die angrenzende Stadt Rabat, die wir direkt zu Fuß erreichten. Es war dort sehr schön, aber auch nicht besonders aufregend. Die Stadt war, wie überall auf Malta, aus Sandstein gebaut und mit bunten Erkern und Türen versehen. Es war sehr schön, einfach durch die Straßen zu laufen und die Umgebung zu erkunden.


Die engen Gassen auf Malta erinnerten mich ein wenig an Venedig. Beim Herumlaufen verloren wir ein bisschen die Zeit aus den Augen und verpassten leider knapp den Einlass für die Katakomben. Aber vielleicht schaffen wir es ja, an einem anderen Tag dorthin zurückzukehren.
Die Rückfahrt mit dem Bus war, wie schon die Busfahrten zuvor, eher anstrengend. Die Klimaanlage war auf „Eiszeit“ eingestellt, der Busfahrer bremste und beschleunigte, als wäre er ein Rennfahrer, und der Bus war so voll, dass wir uns wie in einer Sardinenbüchse fühlten. In Valletta angekommen, machten wir noch einen kurzen Abstecher in den Supermarkt, um ein paar Sachen für das Abendessen zu holen. Es gab Nudeln mit Pesto. Wieder ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende, und ich hoffe, dass noch viele schöne Momente auf uns warten!