Es ist hart Leute. Diese Drang nach Abenteuer und den Wunsch Japan in all seinen Facetten zu erleben katapultiert uns immer wieder in die Sackgasse der Ausnüchterung. Es stellt sich mir die Frage ob wir jedes Mal die Ausfahrt verpassen oder ob dieser Partybus einfach kein Bremsen hat. Vielleicht besitzt der Busfahrer auch einfach keinen Führerschein. Das Thema muss auf jeden Fall noch einmal in die Nachanalyse.
Der Wecker war heute das Telefon im Hotelzimmer. Im Bruchteil einer Sekunde versuchte man den letzten Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und hofft einfach, dass man in der Hotellobby oder im Aufzug nichts Dummes angestellt hat. Fehlanzeige, der verlorene Rucksack von Felix fand seinen Weg ins Hotel und wir waren alle froh, dass alles so reibungslos geklappt hatte.
Es ist an diesem Tag nicht wirklich etwas spannendes passiert. Die Mannschaft ist spät aufgestanden. Die Motivation lag irgendwo zwischen Hunger u. lass mich einfach liegen wenn ich hinfalle. Das Wetter war bewölkt und es drohte jede Minute zu regnen.
Das ungünstige Wetter wollten wir umgehen indem wir das Osaka Aquarium Kaiyukan besuchten. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Haupteingang, doch leider half uns unsere Spontanität diesmal nicht. Die nächsten verfügbaren Tickets gab es leider erst für den nächsten Tag. Wir buchten uns direkt ein Zeitfenster, damit wir morgen nicht in die gleiche Situation kommen. Für uns ging es dann erst einmal den Hafen und die Promenade entlang. Hier steht unter anderem das Redhorse Osaka Riesenrad. Es hat eine Gesamthöhe von 123 m und einen Durchmesser von 118 m und ist somit das 6. Riesenrad der Welt.


Wir durchquerten einen Park, aber nichts konnte uns heute wirklich begeistern. Wir entdeckten eine Fähre, die uns ans andere Ufer brachte. Dort sind wir ein bisschen herumgelaufen. In der Nähe war unter anderem der Universal Movie Park. Die lauten Dinosauriergeräusche aus dem Jurassic Park Abschnitt, die durch die Straßen hallten, klangen zwar ziemlich einladend, aber wilde Achterbahnen waren an diesem Tag einfach nicht drin. Man merkt schon, wie ich hier versuche, die Worte aus dem Ärmel zu schütteln, aber man kann ja auch nicht jeden Tag so verrückte Geschichten erleben.





Mit einem leckeren Eis besiegelten wir den Wendepunkt des Tages.
Nun ging es Richtung Zentrum. Dort sollte uns der Tenman-gū-Schrein erwarten. Er wurde 949 auf Befehl von Murakami-tennō erbaut, angeblich an dem Strandstück, an dem Jimmu-tennō gelandet sein soll. Eine andere Legende besagt, dass Murakami-tennō den Schrein dort errichten ließ, weil ihm an dieser Stelle ein seltsames Licht erschien und Sugawara no Michizane einst auf seinem Weg nach Kyūshū dort Halt gemacht haben soll. Einer der damaligen Begleiter Michizanes soll der direkte Vorfahre der Priesterfamilie des Schreins gewesen sein. Der Tempel war sehr cool. Es gab auch viele verschiedene kleine Schreine und Altäre in der Anlage. Dort wurden verschiedene Götter verehrt. Es gab auch ein Gebäude für Hochzeits- und Festgewänder.





Dann ging es zum Abendessen. Gleich nebenan war eine endlose Einkaufspassage. Von Anfang bis Ende hat es locker eine Viertelstunde gedauert. Diese Passage nahm einfach kein Ende. Es gab eine riesige Auswahl an Geschäften. Zwischen all den Restaurants, Kiosken, Friseuren, Massagesalons fand man auch normale Lebensmittelläden oder einen Metzger. Die Auswahl war riesig. Für uns sollte es heute das erste Mal Sushi in Japan werden. Wäre doch schade, wenn wir uns das entgehen lassen würden.



Wir fanden ein gemütliches Restaurant, wo wir zum Glück auch einen Tisch bekamen. Die Auswahl war sehr groß. Ich entschied mich für ein vorgefertigtes Set, wo von allem etwas dabei war. Und was soll ich sagen. Es war verdammt lecker. Die Nigiri gingen runter wie Butter. Der Wasabi war direkt zwischen dem Reis und dem Fisch. Das ist auch immer ein gutes Indiz dafür, ob es sich um einen guten Sushi-Koch handelt. Der Geschmack hat mich so positiv überrascht, dass es bestimmt nicht das letzte Mal war, dass ich hier Sushi gegessen habe. Danach ging es für uns zurück ins Hotel. Wir hatten noch etwas Schlaf nachzuholen.