Autor: Volker
Ein neuer Tag bricht an, unser Abenteuer am Fuji ist zu Ende und wir fahren mit dem Zug weiter nach Osaka. Zuvor gab es noch einen kurzen Abstecher zum anliegenden See. Durch den strömenden Regen war der Aufenthalt jetzt nicht so von Dauer.





Osaka ist die Partyhochburg Japans und bekannt für seine moderne Architektur. Unsere Reise begann mit einem Regionalzug nach Yokohama, während der Fahrt hatten wir noch einmal Gelegenheit, diese unglaublich beeindruckende Landschaft zu betrachten. In Yokohama selbst hatten wir nur eine kurze Umsteigezeit, ich hätte mir die Stadt gerne angesehen, vielleicht ergibt sich ja noch einmal eine Gelegenheit. Unsere Fahrt führte uns wieder am Berg Fuji vorbei, auch diesmal war es uns nicht vergönnt, ihn zu sehen, schade.
Hungrig kamen wir in unserem Hotel am Bahnhof Shin Osaka an und beschlossen, uns für einen Spaziergang zum Abendessen und für die Suche nach Aktivitäten am Abend bereit zu machen. Nach einem 40-minütigen Fußmarsch erreichten wir schließlich ein riesiges Einkaufszentrum. Hungrig wie immer gingen wir hinein. Ein kurzes Interview mit einer Studentengruppe später konnten wir endlich etwas essen.






Gestärkt wie immer war es nun an der Zeit, die Bars und Kneipen unsicher zu machen. Schnell fanden wir einen Zug nach Dōntonbori, wo das Nachtleben begann. Dōntonbori war ursprünglich ein Theater- und Unterhaltungsviertel, entwickelte sich aber im Laufe der Zeit zum Zentrum des Nachtlebens. Auf einer Fläche von ca. 0,1058 km² tummeln sich alle möglichen Kneipen, Bars, Sportsbars, Restaurants und was man sonst noch so abends machen kann. Wir haben ziemlich lange gebraucht, bis wir endlich eine passende Bar gefunden haben. Die Auswahl und der Gedanke, dass man noch etwas Besseres finden könnte, hielten uns so lange auf. Der Anfang des Abends sollte dann eine Whiskybar sein. Es war eine luxuriöse Bar mit einer riesigen Auswahl an einheimischen Whiskys, Bourbon und Scotch. Während wir so unseren „Whisky on the Rocks“ genossen, gesellte sich ein finnisches Pärchen zu uns an den Tresen und wir kamen schnell ins Gespräch. Die Dame freute sich, endlich jemanden zum Reden zu haben. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt und beschlossen, gemeinsam durch die Straßen zu schlendern und die nächste Kneipe aufzusuchen.
Der Herr war noch recht vernünftig, hatte schon in Japan studiert und beherrschte daher auch die Sprache. Die Dame dagegen glich einem Bauerntölpel und konnte sich kaum benehmen. Immer der Nase nach näherten wir uns einer kleinen Kneipe, in der es Bier, Wein und Karaoke gab. Wir waren nicht allein, eine Gruppe japanischer Geschäftsleute begrüßte uns und freute sich sichtlich über unsere Anwesenheit. Wir starteten mit 99 Luftballons von Nena. Das Eis war gebrochen und wir waren auf einem All-Time-High. Hier und da kamen wir mit Einheimischen ins Gespräch und konnten uns sogar auf einen gemeinsamen Song einigen, den wir beide kannten: „One Ok Rock – Stand out fit in“. Nach einer gelungenen Choreographie verabschiedeten sich die Einheimischen und wir machten uns auf den Weg in eine Billardbar. Dort besiegten wir die Finnen in dem einen oder anderen Spiel, bevor auch hier die Stimmung langsam abflachte.Auf dem Rückweg trennten sich unsere Wege.


Kevin, der schon mit einigen Bieren vorbereitet war, wagte es, uns zurück zum Hotel zu begleiten. Der Weg, so meinte Kevin, würde etwa eine Stunde dauern, was wir nach einem kurzen, verschwommenen Blick bestätigen konnten. So liefen wir durch die Straßen von Osaka in tiefschwarzer Nacht. Hier und da gönnten wir uns ein Bier bei 7eleven, ab und zu auch zwei. Hilfsbereit wie wir sind, halfen wir natürlich auch der einen oder anderen verirrten Seele wieder auf die Beine.
Die Zeit verging wie im Flug und wir waren schon kurz vor dem Hotel, als wir plötzlich laute Musik aus einer Seitenstraße hörten, als wir uns der vermeintlichen Quelle näherten, stellten wir fest, dass es sich um einen Metalschuppen namens „Captain Kangaroo“ handelte. Da wir nicht mehr weit vom Hotel entfernt waren, beschlossen wir, hineinzugehen. Headbangend und begeistert von der Atmosphäre konnten wir es nicht lassen, bis in die frühen Morgenstunden zu Moschen. Der DJ spielte alte Metalplatten und machte den Abend perfekt. Der Typ verstand sein Handwerk. Als die ersten Sonnenstrahlen die asphaltierte Straße erreichten, verließen wir die Kneipe. Nach nur wenigen Metern stellten wir fest, dass wir uns in der Haltestelle geirrt hatten, gestrandet am Hauptbahnhof musste nun schnell entschieden werden, was zu tun war, denn nach Hause laufen ging nicht. Gott sei Dank fahren die Züge ab um 5 wieder. Mit letzter Kraft navigierten wir uns ins Bett und deaktivierten den Wecker.




